Was bedeutet eigentlich...?

In unserem heutigen Blogpost beschäftigen wir uns mit einigen Fragen zum Nähen, die bei jeder Person, die sich mit Nähen beschäftigt, irgendwann ganz automatisch zum Thema werden.

 - Was bedeutet eigentlich rechts auf rechts? Oder links auf links?

 - Was bedeutet eigentlich Nahtzugabe?

 - Was bedeutet eigentlich Fadenlauf und warum ist er wichtig?

Was bedeutet eigentlich rechts auf rechts? Oder links auf links?

Die rechte und linke Stoffseite: An bedruckten Stoffen sind rechte und linke Seite meist sehr leicht zu erkennen: Die rechte Stoffseite (also die „schöne“ Seite, die am fertigen Teil außen zu sehen ist) zeigt kräftigere Farben und einen klaren Druck. Die linke Seite ist viel blasser. Sind die rechte und linke Seite nicht so eindeutig auseinander zu halten, dann hilft manchmal ein Blick auf die Webkante: Eventuell ist dort eine klarere Seite zu erkennen, da beispielsweise ein Schriftzug aufgedruckt wurde. Ist auch das nicht hilfreich, dann kannst du an den kleinen Löchern (die im Produktions- und Veredelungsprozess entstehen) erkennen, in welcher Richtung die Löcher durch den Stoff gestochen worden sind. Die rechte Stoffseite ist die glatte Oberseite der Löcher, auf der Unterseite, also der linken Stoffseite, sind die Löcher gut fühlbar.
In den meisten Fällen werden Schnittteile rechts auf rechts gelegt und genäht. Das bedeutet, dass die rechten, schönen Stoffseiten aufeinander gelegt werden müssen, damit die Naht am vollendeten Kleidungsstück später außen nicht zu sehen ist. 

Was bedeutet eigentlich Nahtzugabe? 

Die Nahtzugabe ist der zusätzliche Stoff neben der Nahtlinie. Also der Bereich zwischen Nahtlinie und Schnittkante. In Kleidungs-Schnittmuster angegeben ist meist nur die Nahtlinie und die Nahtzugabe muss noch hinzugefügt werden. Gängige Nahtzugaben liegen zwischen 0,7 cm und 2,5 cm. Das unterscheidet sich nach Materialien, Projekten und auch persönlichen Vorlieben. Die gängige Breite einer Overlocknaht beträgt zum Beispiel 0,7 cm, so werdet ihr sicherlich viele Jersey-Schnittmuster mit eben dieser Angabe finden.
Im Gegensatz zum Kleidernähen, ist bei Quilt-Schnittmustern in den allermeisten Fällen eine Nahtzugabe von 1/4 inch (ca. 0,65 cm) bereits enthalten. Um die 1/4 inch Nahtzugabe perfekt einhalten zu können, empfehlen wir den BERNINA Patchworkfuss #37.

Was bedeutet eigentlich Fadenlauf und warum ist er wichtig?

Beim Zuschneiden ist es sowohl beim Kleidernähen, als auch beim Patchwork wichtig auf den Fadenlauf zu achten. Es ist beim Schnittmuster zuschneiden nicht entscheidend, was die volle Stoffbreite ist und in welche Richtung das Motiv aufgedruckt wurde, sondern wie der Fadenlauf verläuft. Die meisten Stoffe sind bereits so bedruckt, dass keine Zweifel bleiben. Bei Unistoffen oder unklaren Mustern ist es jedoch manchmal etwas schwerer zu erkennen.
Den Fadenlauf können Sie vor allem bei dehnbaren Stoffen durch Überprüfen leicht erkennen. Dehnen Sie hierfür den Stoff von beiden Seiten, die Seite, die sich straffer anfühlt in der Dehnung läuft in Richtung des Fadenlaufs. Zudem verläuft auch die Webkante entlang dieser Richtung.
Das Erkennen mit dem bloßen Auge fällt bei nicht dehnbaren Stoffen etwas schwerer. Hierzu müssen Sie wissen, dass der nicht dehnbare Stoff häufig aus zwei Fadenarten besteht. Die Kettfäden verlaufen immer entlang des Fadenlaufes. Um diese Kettfäden schlingen sich sogenannte Schussfäden. 
Webkanten sind wesentlich fester als der „restliche“ Stoff und laufen auf zwei Seiten des Stoffstückes (rechte und linke Kante) in Richtung des Fadenlaufs. Die Webkanten nutzen viele Hersteller für die Angaben der Firma, dem Namen des Stoffen und auch für Pflegehinweise.
Diese Webkanten sollten Sie beim Zuschneiden nicht einbeziehen, da sie sich nicht zum Nähen eignen und auch als Nahtzugabe aufgrund der festeren Webart beim Waschen und Nutzen anders verhalten.
In den meisten Schnittmustern ist der Fadenlauf eingezeichnet, der Ihnen die Orientierung gibt, wie das Papier beim Zuschneiden aufgelegt werden muss.

Wenn der Fadenlauf nicht beachtet wird, hat dies insbesondere bei dehnbaren Stoffen ungewollte Auswirkungen. Die Hose passt vermutlich nicht, obwohl man sich an die genauen Vorgaben gehalten hat. Entweder sitzt sie viel zu eng oder zu locker. Das Nahtteil „retten“ ist bei solch einem Fehler leider nicht mehr möglich.
Bei nicht dehnbaren Stoffen, ist das Missachten des Fadenlaufes nicht ganz so drastisch, es ergibt dennoch ein schöneres und professionelleres Kleidungsstück oder einen eindrucksvolleren Quilt, wenn die Richtung des Fadenlaufs eingehalten wurde.

Wir hoffen, wir konnten die Fragen so beantworten, dass nun diesbezüglich keine Fragezeichen mehr im Raum stehen.
Sollten Sie noch Ideen oder andere Fragen haben, die wir einmal beantworten können, stellen Sie diese gerne per Email und wir geben uns Mühe eine weitere Runde Fragen "Was bedeutet eigenlich...?" in einem Newsletter zu beantworten.


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