Fäden

Das ABC der Fadenkunde

Zum Nähen benötigt man Fäden. Doch nicht immer ist es einfach, den richtigen Faden zu wählen. Wieso es wichtig ist, den passenden Faden zu nehmen und ob es eine Rolle spielt, ob man den günstigen Faden vom Discounter oder den etwas teureren Qualitätsaden vom Fachgeschäft nimmt, möchten wir ihnen in diesem Blogbeitrag erklären.

Bei Billiggarnen vom Discounter erkennt man oft von blossem Auge Unebenheiten im Faden. Diese dickeren Stellen bzw. Knötchen können beim Nähen in der Führung hängenbleiben. Das führt zu einem unschönen Stichbild, da sich die Fadenspannung ändert. Im schlimmsten Fall kann der Faden reissen, was während des Nähens mühsam ist.
Ein weiterer Negativpunkt ist, dass Billigfäden gerne fusseln. Dies stört einerseits auf der Kleidung und andererseits verschmutzt es ihre Nähmaschine. Qualitätsfäden hingegen haben zwar ihren Preis, weisen aber viele Vorteile auf. Der Qualitätsfaden ist gleichmässig gesponnen und hat daher eine glatte Oberfläche. So kann der Faden gleichmässig durch die Führung gleiten und es ergibt sich ein schönes Stichbild. Ist der Qualitätsfaden richtig eingefädelt, reisst er nicht einfach ohne Grund.
Wir empfehlen daher, lieber etwas mehr auszugeben, dafür aber länger Freude am Nähen und an ihren Nähwerken zu haben!

In diesem Blogbeitrag widmen wir uns den Hauptkategorien Nähfäden, Overlockfäden und Sickfäden.

Nähfäden

Die Nähfäden werden grundsätzlich in zwei Unterkategorien unterteilt. Die Polyesterfäden und die Naturfäden.

Polyesterfäden

Seralon: Unser Polyesterfaden Seralon eignet sich für fast alle Nähprojekte und wird deshalb auch „Allesnäher“  genannt. Das Polyestergarn hat einen leichten Glanz. Einziger Nachteil, der Polyesterfaden lässt sich nicht einfärben. Sollten sie also einen Stoff Färben wollen, tun sie das zuerst und suchen Sie danach den farblich passenden Faden aus.

Es gibt diverse Spezialfäden, welche auch zu den Polyesterfäden gehören.

Knopflochgarn: Das Knopflochgarn eignet sich durch seine Stärke/Dicke perfekt zum Absteppen und für kreative Ziernähte. Was wäre beispielsweise eine Jeans ohne ihre klassischen Steppnähte. Auch Lederjacken eigenen sich hervorragend, um mit Ziernähten zu arbeiten.
Wir empfehlen beim doppelten Absteppen von bspw. Jeans, zweimal mit Geradstich und nicht mit der Zwillingsnadel abzusteppen. So werden auch die Ecken der Taschen und andere Ecken schön.

Jeansfaden – extra stark: Der Jeansfaden hält, was er verspricht. Der Name ist Programm. Der extra starke Faden hält zusammen, was zusammen gehört. Und das über Jahre. Der Faden ist für Nähte geschaffen, welche selbst höchster Belastung widerstehen sollen.

Elastische Fäden: Elastische Fäden eignen sich hervorragend als Kräuselhilfe oder zum Smoken.

Sie möchten z.B. ein schickes Sommerkleid mit dem gewissen etwas nähen?
Hier einige Tipps zum Smoken:

-der Elastische Faden wird unter Dehnung auf die Unterfadenspule gespult. Dies kann von Hand oder per Maschinenautomatik passieren.
-als Oberfaden verwenden Sie den „Allesnäher“
-Verstellen Sie die Stichlänge ihrer Maschine auf 4-5mm
-nehmen Sie das zu smokende Teil und beginnen Sie auf einer Seite
-Nähen Sie eine Linie und wenden sie am Ende, ohne den Faden abzuschneiden
-Sichern Sie den Anfang jeder Zeile mit einem Vor- und Rückstich
-Wir empfehlen vom Abstand her etwa füsschenbreit zu nähen.
-Fahren Sie so fort,  bis zum Ende

 

ACHTUNG! Wenn Sie das gesmokte Teil mit den anderen Teilen des Kleides zusammennähen, verwenden Sie die Nähmaschine oder Nähen Sie mit der Overlock ohne Messer. Ansonsten schneiden Sie die Elastikfäden durch und die ganze Arbeit war umsonst.

Effektgarn: Das mehrfarbige Effektgarn (multicolor) eignet sich besonders gut für Ziernähte und Covernähte. Wenn Sie beispielsweise „verkehrt herum“ covern, also mit der Unterseite nach oben, entsteht eine tolle Ziernaht mit Farbverlauf.

Naturfäden

Zu den Naturfäden zählen alle Fäden , deren Ursprung aus der Natur stammt. Allen voran Baumwolle und Seide. Diese werden vorallem im Bereich Quilten und Handnähen eingesetzt.
 

Overlockfäden

Bei den Overlockfäden unterscheiden wir zwischen zwei Sorten. Dem „normalen“ Overlockfaden und dem Bauschgarn.

Overlockfaden Seracor: Den „normalen“ Overlockfaden können Sie für sämtliche Overlockarbeiten benützen. Es können auch Farben gemischt werden. Achten Sie bloss darauf, dass alle vier Fäden die gleiche Qualität/Dicke haben. Der Overlockfaden Seracor eignet sich auch perfekt, wenn Sie eine Coverlock besitzen.
Sie besitzen keine Coverlock, möchten aber ihre Kleidung mit einer Cover-Ziernaht aufpeppen? Kein Problem. Sie können ganz einfach mit der Overlock eine „falsche“ Covernaht nähen.
-Suchen Sie sich Overlockfäden aus, welche sich farblich vom Nähprojekt abheben
-Stecken Sie nun die Teile nicht wie gewohnt rechts auf rechts zusammen, sondern links auf links
-Nähen Sie die Overlocknaht wie gewohnt
-Klappen sie jetzt die Naht auf eine Seite und steppen die knappkantig mit derselben Farbe ab
-Schon ist ihre „falsche“ Covernaht fertig

Bauschgarn Seraflock: Das Bauschgarn kann einerseits für Dekorative Zwecke benützt werden und andererseits für Dessours, Schwimm- und Sportbekeleidung.
Für Dessous, Schwimm- und Sportbekeleidung reicht es aus, wenn Sie bei den Greiferfäden Bauschgarn verwenden. So wird die Naht schön elastisch und trägt sich angenehm weich auf dem Körper.

Das Bauschgarn sowie der "normale" Overlockfaden können mit dem richtigen Wissen sehr kreativ Eingesetzt werden. Sollte Sie dieses Thema interessieren, wäre unser "BB Special - Kreativworkshop Overlock" etwas für Sie.

 

Stickfäden

Stickfaden Isacord: Der Isacord Stickfaden gilt als der „normale“ Stickfaden. Oder wie bei den Nähfäden der „Alleskönner“. Mit dem Isacord Faden lassen sich diverse Materialien mit ihrem Wunschmotiv besticken. Je nach Sticktechnik erhalten Sie tolle 3D-Effekte, mehrfarbige Motive oder tolle Applikationen. Der Kreativität sind beim Sticken fast keine Grenzen gesetzt.

Decorfaden Metallic: Mit dem Metallicfaden lassen sich fast magische Effekte zaubern. Als kleiner Hingucker oder als Teil eines ganzen Kleidungsstückes (siehe Bild). Sogar Schmuck und Deko lässt sich mit dem Metallicfaden sticken. Der Metallicfaden kommt besonders bei freistehenden Stickmustern toll zur Geltung.

Um ein freistehendes Muster zu sticken, benötigen Sie zuerst eine passende Stickdatei. Diese finden Sie beispielsweise unter embroideryonline.com unter „Freestanding Lace“. Desweiteren benötigen Sie das richtige Stickvliess, welches Sie bei uns im Geschäft erhalten.
Viele Tipps und Tricks lernen Sie in unseren BB Specials zum Thema Sticken.

Kommen Sie vorbei. Gerne beraten wir Sie und helfen Ihnen, den richtigen Faden zu finden.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Team vom Böppli Nähcenter


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Wir haben unsere ganze Erfahrung gebündelt und in eine Checkliste gepackt. Diese unterstüzt Sie bei der Auswahl der für Sie passenden Maschine.

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